“Demokratie
braucht
politische Bildung”

Townhall-Meeting Dresden: Die Altersfrage – Wahlrecht und Generationengerechtigkeit

17. Apr 2015

Ab wann ist man alt genug, um begründete politische Entscheidungen zu treffen? Ist es gerecht, dass die Älteren bei Wahlen alleine entscheiden? Und was bedeutet das eigentlich vor dem Hintergrund, dass es immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen in Deutschland gibt?

 

Das Herbert-Wehner Bildungswerk ist als eine von fünf Bildungseinrichtungen an einem Modellprojekt beteiligt, in dem diese Fragen im Mittelpunkt stehen. Jugendliche und Seniorinnen/Senioren haben im Rahmen dieses Projektes in drei Workshops darüber diskutiert, ob durch die Verschiebung der Alterskohorten in der Bevölkerung die Wahlgerechtigkeit gegeben sei. Um ihre Ergebnisse öffentlich zu präsentieren, bereiteten sie während der Workshops gemeinsam eine öffentliche Veranstaltung vor: das Townhall-Meeting im Dresdener Kulturrathaus.

 

Für das Townhall-Meeting am 17. April 2015 formulierten sie die gemeinsame Feststellung, dass die alleinige Absenkung des Wahlalters nicht zur Generationengerechtigkeit beitragen würde. Sie würde wohl aber als Zeichen aus Politik und Gesellschaft für mehr Partizipation und Anerkennung Jugendlicher verstanden werden – und diese Signalwirkung sei nicht zu unterschätzen.

 

Eingeladen war unter anderem Dr. Peter Zeman vom Deutschen Zentrum für Altersfragen, um mit ihm über das politische Engagement älterer Menschen und das Zusammenwirken mit Jugendlichen zu diskutieren. Weitere Gäste waren Vertreter der Stiftung für die Gerechtigkeit zukünftiger Generationen sowie aus der kommunalen Politik.

 

Die Diskutanten forderten, die Kommunikation zwischen den Generationen zu verstärken, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Ein größeres Verständnis jeder Generation für die andere fördere die Bereitschaft, auch alternative Perspektiven in das eigene Meinungsbild und somit in politische Entscheidungen einfließen zu lassen und ermögliche auf diesem Wege generationengerechteres Wählen.

 

Das Townhall-Meeting ist eine Form der Bürgerbeteiligung, die in den USA eine lange und erfolgreiche Tradition besitzt. Bei diesem informellen, öffentlichen Treffen ist jeder eingeladen, seine Meinung zu äußern und die eingeladenen Vertreter/-innen aus Politik und Interessenvertretungen zu befragen. Darüber soll eine Diskussion über die Projektbeteiligten hinaus mit Politik und Zivilgesellschaft organisiert werden.

 

Das Projekt „Zum Wählen zu jung? Die Altersfrage – Wahlrecht und Generationengerechtigkeit“ wird vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. durchgeführt. Ziel ist es, das aktive und passive Wahlrecht als herausragende Bürgerrechte in der Demokratie im Rahmen intergenerativer Diskurse zum Thema zu machen. Vertreter/-innen der jungen und älteren Generationen sollen dabei diskutieren, ob und mit welchem Wahlalter Generationengerechtigkeit bei einer sich demografisch stark wandelnden Gesellschaft hergestellt werden kann. Das zweijährige Vorhaben wird mit Mitteln aus dem Innovationsfonds Eigenständige Jugendpolitik des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

 

Veranstaltungsort:

Kulturrathaus Dresden
Königstraße 15, 01097 Dresden

 

Veranstalter: 
Herbert-Wehner-Bildungswerk e. V.