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Fachtag "Neue Zielgruppe(n)"

Diskussion in den Workshops beim ZdT-Fachtag "Neue Zielgruppe(n)"
Foto: AdB
21.07. 2017

Modellprojekte des Bundesprogramms "Zusammenhalt durch Teilhabe" zu Gast in Berlin

Am 17. Juli 2017 trafen sich Vertreter/-innen aller Modellprojekte, die im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT) des Bundesministeriums des Innern gefördert werden, zu einem Fachtag in Berlin. Eingeladen hatte die zuständige Regiestelle der Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, der den Fachtag inhaltlich ausgestaltet hatte. Ziel des Fachtags war es, Fragen rund um die Zielgruppe(n) der Modellprojekte miteinander zu diskutieren und in einen Erfahrungsaustausch über Zugänge und die langfristige Gewinnung der neuen Zielgruppe(n) für die politische Bildungsarbeit zu treten.

 

Die Bildungsträger arbeiten im Rahmen von ZdT mit neuen Kooperationspartnern (THW, Feuerwehr, DRK, Johanniter, Malteser, Sportverbände, AWO und Paritätischer) zusammen, die zugleich teilweise neue Zielgruppen für die politische Bildungsarbeit darstellen. Während der Phase der Orientierung und der Erhebung von Bedarfen in den Modellprojekten ergaben sich in den vergangenen Projektmonaten immer wieder ähnliche Fragen in Bezug auf die Zielgruppe: Wer ist eigentlich meine Zielgruppe? Welche Zugänge wähle ich? Welche Ansprachen sind wirkungsvoll, welche nicht? Wie nimmt uns der Kooperationspartner als Bildungsträger war?

 

In zwei Workshops wurden die Fragen bearbeitet und diskutiert. Mithilfe von Clustern und einer Steckbriefvorlage versuchten die Teilnehmenden zunächst, die verschiedenen Zielgruppen genauer zu beschreiben und erste Ergebnisse der Projektlaufzeit zu benennen. Allen Modellprojekten gemeinsam war dabei, dass sowohl mit Ehren- als auch mit Hauptamtlichen gearbeitet wird und die knappen Zeitressourcen der Zielgruppe(n) die größte Herausforderung in der Umsetzung von Projektmaßnahmen darstellen. Dies bedeutet für die Modellprojekte, dass sie neue Wege der Ansprache und Aktivierung der Schlüsselakteure und Interessierten am Projekt finden müssen, um politische Bildungsarbeit und in diesem Fall den Schwerpunkt „Interkulturelle Öffnung“ im jeweiligen Kooperationsverband auf den Weg zu bringen.

 

Flankiert waren diese Workshops von drei Inputs: Zu Beginn des Fachtags gab Ruth Grune von der Abteilung „Zielgruppenspezifische Angebote“ der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb einen Überblick über die derzeitige Lage und stellte dabei die Zielgruppe „Bildungsbenachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene“ im Mittelpunkt. Sie zeigte auf, dass die Träger der politischen Bildungsarbeit diese Zielgruppe nur durch das Verlassen altbewährter Seminarstrukturen für ihre Arbeit und die damit verbundenen Themen gewinnen und begeistern können. Dabei gilt es stets, die eigene Bildungsarbeit selbstkritisch in den Blick zu nehmen und sich selbst stets zu wandeln.

 

Dr. Strobl von proVal – zuständig für die wissenschaftliche Begleitung des Bundesprogramms – stellte den Anwesenden die Ergebnisse des Onlinemonitorings vor und gab den Projektleitungen Handlungsempfehlungen im Hinblick auf die Ansprache und Gewinnung der neuen Zielgruppe(n) in den Projekten und für den weiteren Projektverlauf.

 

In einer Abschlussdiskussion am Nachmittag wurden die Ergebnisse des Fachtags einbezogen und kritisch reflektiert. Zu Gast war dann auch Dr. Lubinski, im Bundesministerium des Inneren zuständig für politische Bildung und Prävention. Er brachte sich in die Diskussion mit ein und war sehr interessiert an den geschilderten Erfahrungen der einzelnen Modellprojekte.

 

Der Fachtag zeigte, dass die Modellprojekte spannende und innovative Vorhaben darstellen. Die erfolgreiche Gewinnung von neuen Zielgruppen für die politische Bildungsarbeit und die spezielle Begleitung der Verbände im Prozess der Interkulturellen Öffnung, wie sie im Bundesprogramm ermöglicht wird, liefert für beide Seiten – Bildungsträger und Kooperationspartner – wichtige neue Erkenntnisse zur Durchführung von Bildungsformaten und für die praktische Arbeit vor Ort.